Kurz beantwortet
Die Kosten einer Onlineshop-Entwicklung bestehen aus einmaligen Projektposten und laufenden Kosten nach dem Start. Den größten Einfluss auf den Preis haben vier Faktoren: die Zahl der Artikel, die Zahl der Sprachen und Märkte, die Komplexität der Preis- und Versandlogik und die Zahl der Systeme, die angebunden werden.
Dieser Artikel nennt bewusst keine Summen. Wir kalkulieren jedes Shop-Projekt nach Umfang, und eine Zahl ohne Ihren Katalog, Ihre Märkte und Ihre Systeme wäre geraten. Er zeigt die Posten, aus denen sich jedes Angebot für eine Onlineshop-Entwicklung zusammensetzt, damit Sie Angebote vergleichen und Lücken erkennen können.
Einmalige Kosten: die Posten im Projekt
1. Konzept und Plattformwahl
Am Anfang stehen Sortiment, Zielmärkte, Zahlungs- und Versandarten und die vorhandenen Systeme. Daraus folgt die Plattform: Shopify für einen schnellen Start und geringen Betriebsaufwand, Shopware für B2B-Preislogik und tiefe ERP-Anbindung im deutschsprachigen Raum, ein Headless-Aufbau bei ungewöhnlicher Katalog- oder Preislogik. Die Plattformwahl bestimmt vor allem die laufenden Kosten der nächsten Jahre.
2. Design und Frontend
Ein angepasstes Theme kostet weniger Arbeit als ein eigenes Design mit eigenen Komponenten. Aufwand entsteht bei Kategorie- und Produktseiten, Filtern, Suche, Warenkorb und Checkout, jeweils für Smartphone und Desktop. Jede zusätzliche Seitenvorlage ist ein eigener Posten.
3. Katalog, Preis- und Versandlogik
Einfache Kataloge mit festen Preisen sind schnell eingerichtet. Mehr Arbeit machen Varianten, Staffelpreise, Kundengruppen mit eigenen Preisen, Bundles, Abonnements und Versandregeln nach Gewicht, Zone oder Spedition.
4. Schnittstellen
Jedes angebundene System ist ein eigener Posten: Warenwirtschaft oder ERP, CRM, Buchhaltung, Versanddienstleister (in der DACH-Region meist DHL, GLS oder DPD) und Marktplätze. Der Aufwand hängt davon ab, ob das System eine dokumentierte Schnittstelle hat und in welche Richtung Daten fließen: nur Bestellungen in die Warenwirtschaft oder zusätzlich Bestände und Preise zurück in den Shop.
5. Zahlung und Steuern
Zahlungsanbieter wie Stripe, Adyen, PayPal, Klarna oder Mollie werden im Projekt eingerichtet und getestet. Für den Verkauf in mehrere Länder kommt die Steuerlogik dazu, zum Beispiel über Stripe Tax, Avalara oder Taxdoo. Welche Dienste passen, entscheidet sich nach Ihren Zielländern.
6. Inhalte: Produktdaten, Fotos und Texte
Inhalte sind ein eigener Posten. Produktdaten müssen strukturiert vorliegen, Fotos brauchen ein einheitliches Format, und jede Produktseite braucht einen Text. Bei kleinen Katalogen entstehen Texte einzeln, bei großen Katalogen lohnt sich ein Vorlagensystem mit redaktioneller Endkontrolle.
7. Migration aus einem bestehenden Shop
Eine Migration umfasst die Zuordnung der Daten Artikel für Artikel, eine Weiterleitungstabelle für jede Produkt-URL, damit Suchmaschinen und bestehende Links die neuen Seiten finden, und einen Parallelbetrieb von ein bis zwei Wochen, in dem Bestellungen gegengeprüft werden.
8. Rechtstexte
Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und AGB gehören als eigene Position in die Kalkulation. Ihren Inhalt prüft ein Anwalt oder ein spezialisierter Anbieter von Rechtstexten.
Laufende Kosten nach dem Start
| Posten | Wovon er abhängt |
|---|---|
| Plattform | Shopify berechnet ein monatliches Abo. Shopware gibt es als kostenlose Open-Source Community Edition und in kostenpflichtigen Plänen. Selbst betriebene Shops und Headless-Aufbauten brauchen eigenes Hosting. |
| Zahlungsgebühren | Zahlungsanbieter berechnen Gebühren je Transaktion. Bei Shopify hängen zusätzliche Transaktionsgebühren davon ab, ob der Shop Shopify Payments oder einen externen Zahlungsanbieter nutzt. |
| Apps und Erweiterungen | Viele Erweiterungen für Bewertungen, Newsletter, Filter oder Übersetzungen kosten eine Monatsgebühr. |
| Steuerdienste | Dienste für die Steuerberechnung in mehreren Ländern rechnen nach ihrem jeweiligen Tarif ab. |
| Wartung | Updates der Plattform und der Erweiterungen, Sicherheitsupdates, kleine Anpassungen. |
| Werbung und Suchmaschinenoptimierung | Ein Shop braucht Besucher. Dieses Budget ist von den Entwicklungskosten getrennt zu planen. |
Was den Preis bewegt
| Faktor | Wirkung auf den Aufwand |
|---|---|
| Artikelzahl | Mehr Artikel bedeuten mehr Produktdaten, Fotos und Texte und einen höheren Anteil an Vorlagenarbeit. |
| Sprachen und Märkte | Jede Sprache bringt Übersetzungen der Shop- und Rechtstexte und oft eigene Zahlungs- und Versandarten mit. |
| Preis- und Versandlogik | Kundengruppen, Staffelpreise und Versandregeln erhöhen den Aufwand bei Einrichtung und Tests. |
| Schnittstellen | Jedes angebundene System ist ein eigener Posten, Synchronisation in beide Richtungen kostet mehr als ein einfacher Export. |
| Design | Ein eigenes Design mit eigenen Komponenten kostet mehr Arbeit als ein angepasstes Theme. |
| Migration | Datenqualität und Zahl der URLs im alten Shop bestimmen den Aufwand. |
Projektdauer
Die Dauer wirkt direkt auf die Kosten. Für einen typischen Shop im Mittelstand mit 200 bis 2.000 Artikeln, gängigen Schnittstellen und einer Sprache rechnen wir mit 10 bis 16 Wochen. Headless-Aufbauten und Shops für mehrere Länder liegen bei 16 bis 28 Wochen.
So kommen Sie zu einer belastbaren Zahl
- Notieren Sie Artikelzahl, Sprachen und Länder, die Systeme, die angebunden werden sollen, sowie Zahlungs- und Versandarten.
- Prüfen Sie jedes Angebot gegen die acht Posten oben. Fehlt ein Posten, fragen Sie nach, wer ihn übernimmt und was er kostet.
- Vergleichen Sie Angebote immer zusammen mit den laufenden Kosten der gewählten Plattform.
Für ein Angebot zu Ihrem Shop füllen Sie das Projekt-Briefing aus. Wenn Sie zuerst über Plattform und Vorgehen sprechen möchten, starten Sie mit der 30-minütigen Marketing-Strategiesitzung für 100 €. Alles Weitere zu Plattformen, Ablauf und Migration finden Sie auf der Seite zur Entwicklung eines Online-Shops.

